S4550: SAP Customizing (Materialwirtschaft & Einkauf)
Erlerne die Grundlagen des SAP Customizings. Dieser Kurs führt dich durch den SAP Referenz-IMG (Einführungsleitfaden) und zeigt dir, wie du Unternehmensstrukturen und Prozesse im Einkauf (MM) konfigurierst.
Kapitel 1: Die Unternehmensstruktur
Grundlagen und Transaktion SPRO
Customizing bedeutet, das System durch Parameter einzustellen (ohne Programmierung von ABAP-Code). Die zentrale Transaktion dafür ist SPRO.
Das Customizing einer Unternehmensstruktur erfolgt in SAP immer in zwei strikt getrennten Schritten:
1. Definition
Die physische Anlage einer Organisationseinheit (z. B. das Anlegen des Werks '1000' mit Name und Adresse).
2. Zuordnung
Die logische Verknüpfung der Einheiten in der Hierarchie (z. B. das definierte Werk '1000' wird dem Buchungskreis '1000' zugeordnet).
Einkaufsorganisation und Lagerorte
In der Materialwirtschaft (MM) spielen Einkaufsorganisationen eine zentrale Rolle bei der Beschaffung. Sie verhandeln rechtlich bindende Konditionen mit Lieferanten.
- Werksspezifischer Einkauf: Eine Einkaufsorganisation ist genau einem Werk zugeordnet.
- Werksübergreifender Einkauf: Eine Einkaufsorganisation beschafft für mehrere Werke innerhalb eines Buchungskreises.
- Konzernweiter Einkauf: Eine Einkaufsorganisation ist nicht an einen spezifischen Buchungskreis gebunden.
Lagerorte werden immer direkt unterhalb eines spezifischen Werkes definiert und spiegeln die physischen Aufbewahrungsorte wider.
Kapitel 2: Stammdaten und Prozesse
Steuerung durch Materialarten
Jedes Material in SAP muss beim Anlegen einer Materialart zugeordnet werden. Diese Materialart steuert maßgeblich das Verhalten des Materials im System (z. B. die Nummernvergabe, die erlaubte Beschaffungsart und welche Fachbereiche Daten pflegen müssen).
Die häufigsten Standard-Materialarten sind:
- ROH (Rohstoffe): Werden extern beschafft, gehen in die Fertigung ein und haben typischerweise keine Vertriebssicht.
- HALB (Halbfabrikate): Können extern beschafft oder im Haus gefertigt werden.
- FERT (Fertigerzeugnisse): Werden im eigenen Haus produziert und an Kunden verkauft.
- HAWA (Handelswaren): Werden eingekauft und ohne weitere Verarbeitung direkt weiterverkauft.
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